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Das „Aus“ für das „Burkina-Auto“: die rote Yamaha V80 wird nicht mehr gebaut.
Yamaha V 80: SIFA stoppt die Produktion
Die Yamaha V80 wird in Zukunft nicht mehr in Bobo-Dioulasso gebaut. Diese Information, bereits am Donnerstag durchgesickert, wurde jetzt vom Generaldirektor der CFAO Burkina Edouard Rochet bestätigt. Mit der Produktion endet auch ein wichtiges Kapitel der Industrieentwicklung in Burkina Faso. Dieser allgegenwärtige Mopedroller auf Burkinas Strassen und Pisten, in Städten und Dörfern, im Volksmund liebevoll-ironisch „la voiture Burkinabè“ - das „Burkina-Auto“ genannt, hat wirklich G eschichte geschrieben.
Wie der Direktor der CFAO Burkina erklärte, „war der Verkauf der V80 nicht mehr kostendeckend. Daher musste die SIFA (Société Industrielle du Faso) die Produktion dieser Zweiräder in Bobo einstellen.“ Felix Thieba, verantwortlich für die Zweiradproduktion der CEFA Burkina fügt hinzu: „der Markt hat ein so niedriges Niveau erreicht, dass die Produktion der Yamaha V80 nicht mehr rentabel ist. Die V80 kann auf grund ihres Preises (1.300.000 Fcfa entspricht ca.2000 Euro) nur noch schwer verkauft werden... Daher hat sich die CFAO entschlossen, nur noch direkt aus der Zentrale in Japan zu importieren. Es wird betont, dass die in Zukunft angebotenen Yamaha V80 nicht aus der chinesischen Produktion stammen. (Diese hat in BF und darüber hinaus in ganz Westafrika keinen besonders guten Ruf.)
„Vor zwei Jahren haben wir eine Yamaha V80 aus China in grüner Farbe auf den Markt gebracht, die aber nicht die Herzen der Burkiner erobern konnte, denn in Bezug auf Kleinkrafträder sind sie echte Kenner. Daher haben wir den Import dieses Modells wieder eingestellt. Außerdem produziert Yamaha keine V80 mehr in China.“ betont M. Rochet.
Aber warum gab es bisher keine Informationen über den Produktionsstopp in Bobo?
„Wir hielten das nicht für nötig, denn das Modell wird ja immer noch in unseren Läden verkauft.“ Antwortet M. Rochet. „Im allgemeinen Bewusstsein verbindet man die V80 mit der SIFA und eine solche Information wäre für uns strategisch nicht günstig gewesen. Vielleicht hätte die SIFA selbst über das Auslaufen der Produktion informieren müssen ...“ fügt M. Thieba hinzu.
Ein Schweigen, das nur schwer verständlich ist, kostet doch die Yamaha V80 jetzt sogar noch ein wenig mehr als zu Zeiten der Herstellung durch die SIFA. „ Die Produktion in Burkina hatte leichte Zollvorteile, da wir die Einzelteile in großen Mengen importierten, während wir jetzt nur noch eine geringe Anzahl kompletter Kleinkrafträder einführen, besonders um den Bedarf einer besonderen Kundschaft ( Projekte, NGOs, Einzelpersonen) zu decken. Die Frachtkosten sind also höher und daher kann auch der Preis nicht sinken.“ versichert M. Rochet.
Zuletzt hat die CFAO im Jahr rund 1000 rote Yamaha V80 verkauft. Liegt hier der Grund?
Das Unternehmen orientiert sich auf andere Modelle, die mehr Umsatz versprechen. Einmal die „Crypton“, auch von Yamaha, aber mit einem Viertaktmotor, während die V80 einen Zweitaktmotor besitzt. Außerdem die „Spark“ aus Thailand und bald auch indonesische Modelle, die dann von der SIFA zusammengebaut werden, die Montagebänder in Bobo werden gerade darauf umgestellt. Neben Burkina Faso ist auch Mali vom Ende der Produktion betroffen. Gelegenheit für die CFAO, dem Gerücht zu widersprechen, das behauptet, die V80 sei in Bamako billiger zu haben als in Ouagadougou. „ das ist wirklich ein altes Gerücht, aber die Wirklichkeit ist ganz anders. Ich fordere alle auf, das gegentiel zu beweisen. Es gibt keinen Grund dafür , dass die V80 in Mali billiger sein sollte, denn sie wird ja dort ebenfalls aus dem Ausland importiert.“ betont M. Thieba.
Bleibt anzumerken, dass die Frachtpapiere und die Herkunftsnachweise der COTECNA, die uns vorliegen, nicht übereinstimmen. (Die COTECNA ist Weltmarktführer für Inspektionslösungen im Regierungsauftrag und es bestehen aktuell 14 Verträge mit Regierungsorganisationen, sie wurde 1974 in der Schweiz gegründet und beschäftigt zur Zeit ca. 4000 Mitarbeiter und Agenten in über 100 Büros weltweit.) Während die Frachtbriefe die Herkunft der Kleinkrafträder aus Japan bescheinigen, verweist das COTECNA Dokument auf ein SFCI Papier aus Frankreich. Unsere Recherchen ergaben, dass die SFCI als Einkaufszentrale der CFAO Gruppe des französischen Konzerns PPR ( früher Pinault-Printemps-Redoute) fungiert, einer Unternehmensgruppe von Francois Pinault, einem der führenden europäischen Großhandelskonzerne mit Luxusgütern (3. der Weltrangliste)). (PPR ist vor allem im Luxusgüter- und Lebensmittel-Handel engagiert. Zu dieser Gruppe gehören die Marken Gucci, Yves Saint Laurent, Bottega Veneta, die Pariser Luxuskaufhäuser Printemps-Redoute, die Möbelgruppe Conforama und die Elektromarktkette Fnac. Des weiteren besitzt der Milliardär Pinault das berühmte Weingut Château Latour in Pauillac bei Bordeaux, eines der zehn besten Weingüter der Erde. – aus Wikipedia)
Hat das alles etwas mit dem Preis der Yamaha V80 in Burkina Faso zu tun? Schwer zu sagen, denn bei CFAO Burkina ist man davon überzeugt, dass der Preis des „Burkina Autos“ in den kommenden Monaten nicht nach unten tendieren wird.
Von Victorien Sawadogo und Abou Bakr-Rabanki Zida
SIDWAYA übersetzt und ergänzt von HPH Freitag, 31. August 2007
Die SIFA präsentiert die Nachfolgemodelle der Yamaha V80:
August 2007
Août 2007 Deux motos SIFA lancées en août
Le 30 août dernier, SIFA a lancé ses deux premières motos de marque SIFA, la Charmide et la Supra X , deux modèles qui ne manquent pas d’atouts pour séduire la clientèle burkinabè. La Charmide est une citadine souple et maniable, tandis que la Supra X se positionne comme une grosse cylindrée solide et économe. L’une et l’autre ont été présentées à la presse nationale burkinabée au cours d’un petit déjeuner situé à l’hôtel Mercure/Silmandé. Les journalistes ont pu procéder à des essais et poser toutes leurs questions à Seydou Ouédraogo, directeur général de SIFA, et Jacques Leccia, directeur de CFAO Industries & Trading, lors de cette conférence de presse.
Am 30. August stellt die SIFA zwei neue Modelle aus eigener Produktionvor : die Chamide und die Supra X. zwei Modelle, die die burkinische Kundschaft mit besonderen Eigenschaften verführen sollen. Die Chamide ist ein Stadtflitzer – sanft und gut handelbar, die Supra X ein solides und sparsames Kraftrad. Beide Fahrzeuge wurden der burkinischen Öffentlichkeit bei einem Frühstück im Hotel Mercure/Slimande vorgestellt. Die Journalisten der burkinischen Presse konnten die Fahrzeuge testen und ihre Fragen den Herren Seydou Ouédraodo – Generaldirektor der SIFA und Jacques Leccia – Direktor der CFAO Industires & Trading stellen.
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