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Titel

Kreative Kunst gefördert

Von: Walter Helfert

Kunst3Kunst aus Burkina Faso. Und eine richtige Vernissage. Der Künstler selbst anwesend. Alles organisiert vom interkulturellen Bildungsprojekt „Stoffwechsel“. Dahinter stehen Mitglieder der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Landesverband Baden-Württemberg. Und die Vernissage fand im Rahmen des Ordentlichen Gewerkschaftstages im April in der Harmonie in Heilbronn statt. Weil für unseren Partnerstaat und die Menschen dort die kulturelle Förderung, der sich „Stoffwechsel“ verschrieben hat, sehr wichtig ist, kam auch der Botschafter Xavier Niodogo dorthin.
„Stoffwechsel“ pflegt seit 2002 einen Austausch von Lehrerinnen aus beiden Ländern. Partner in Burkina Faso ist die dortige Bildungsgewerkschaft „Synter“. 2005 trafen sich in N’Gourma einerseits und Bad Boll andererseits Pädagoginnen aus unterschiedlichen Bildungseinrichtungen Deutschlands und Burkina Fasos, um gemeinsam über Herausforderungen zu beraten, die durch „die Verwüstung sozialer Strukturen infolge der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich“ entstehen. Dabei steht nicht der Transfer von Geld und Technik im Vordergrund, sondern die Unterstützung von Afrikanerinnen, die sich für politische und soziale Gerechtigkeit engagieren. Kunst2
DKunst1en Lehrerinnen von „Stoffwechsel“ geht es konkret beispielsweise darum, die Schriften und Filme der besten Schriftstellerinnen und Regisseurinnen Afrikas in den Schulen und Bibliotheken des eigenen afrikanischen Landes zugänglich zu machen. Sie beklagen, dass selbst Schulbücher fast ausschließlich in den Sprachen der ehemaligen Kolonialmächte verfasst sind. Es geht ihnen aber auch darum, bildende Künstlerinnen und Künstler aus Burkina Faso hier in Deutschland bekannt zu machen. „Zeigt das wahre Afrika“ hieß deshalb die Ausstellung.
Die Ausstellung im Foyer der Kongresshalle „Harmonie“ in Heilbronn zeigte Werke von Künstlern des Centre National d’artisanat d’art aus Ouagadougou – eindringliche Holz- und Bronzeskulpturen, Ölbilder und vor allem auch die Batiken von Noufou Ouédraogo. Der war in Heilbronn präsent. Das Centre kämpft gegenwärtig mal wieder um seine physische Existenz – es wird von in die Höhe schießenden Bank-Gebäuden schon fast erdrückt, ist auf der Suche nach einem neuen Gelände. Dort will es seine von Tradition bestimmte Arbeit fortsetzen. Seit Jahrzehnten arbeiten Künstler dort in Gruppen. Das Wissen und die Techniken werden mündlich von den Meistern zu dKunst4en Lernenden weiter gegeben. Diese Tradition war bereits vor der Kolonialzeit in allen Bereichen der bildenden Kunst, der Musik, der Literatur reichhaltig. In Künstlerkolonien waren bei der Entstehung der meisten Werke viele verschiedene Menschen beteiligt. Serienproduktionen sind bei Textil, Malerei, Bronze- und Holzskulpturen sowie im Instrumentenbau Usus, die Grenzen von Kunst und Kunsthandwerk verwischt. Schriftliche Reflexion und Dokumentation spielen bei diesen Prozessen allenfalls eine untergeordnete Rolle.
Der Botschafter freute sich sichtlich, Repräsentanten der burkinischen Kunstszene in Deutschland zu haben. Er dankte der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, „dass Sie uns in einer Zeit, in der sich alles immer schneller verändert, die Hand reichen“.

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