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Ein Ziegenbock als Geschenk (BNN 19.01.06)

 Förderkreis Burkina Faso nahm Solarbrunnen in Betrieb

Rheinstetten. 60 Meter ist er tief - der Solarbrunnen, der seit ein paar Wochen rund 1 400 Einwohner von Sambsin, einem Ortsteil von Sapone in Burkina Faso (Westafrika) versorgt. Zuvor mußten die Menschen lange Fußmärsche zurück legen, um an kostbares Nass aus den wenigen vorhandenen Schöpfbrunnen zu gelangen. Oder sie mussten sich aus Oberflächenwasser bedienen - bei entsprechenden Qualitätseinbußen. Ermöglicht hat den, Bau des Brunnens, dessen Pumpe solange pumpt solange die Sonne scheint und der über einen fünf Kubikmeter fassenden Tank verfügt, der Förderkreis Burkina Faso in Rheinstetten. Er ist seit 2004 eingetragener Verein und zählt derzeit 60 Mitglieder.

Vorsitzender Willi Volkmann - er reiste zusammen mit neun weiteren Aktiven nach Burkina Faso, um die Brunneneinweihung zu verfolgen - berichtet, dass vom Verein nur Vorhaben unterstützt werden, die “der Hilfe zur Selbsthilfe" dienen. In das Brunnenprojekt flössen rund 15 000 Euro - viel Geld für einen kleinen Verein. Der Betrag kam durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Benefizaktionen zusammen, die der Förderkreis immer wieder macht. Unter anderem hat er regelmäßig einen Stand auf dem Nikolausmarkt in Neuburgweier und organisiert Musikveranstaltungen, deren Erlös in die Dritte-Welt-Arbeit gesteckt werden.: Im Juni, so Christa Volkmann, plane man einen Afrikatag. Angedacht sei dann neben dem Verkauf von Kunsthandwerk, das die Vereinsvertreter aus Burkina Faso mitbrachten, ein Film von dort, außerdem “wollen wir vor der Kirche in Neuburgweier einen Palaverplatz einrichten". Geld, das dann hereinkommt, wird wiederum für Burkina Faso verwendet. Denn auf der Wunschliste der Partner in Westafrika ganz oben steht: Licht für die Entbindungs- und Krankenstation in Sapone. Auch hier soll Solartechnik eingesetzt werden, erklärt Willi Volkmann. Zudem hätten die Menschen gerne eine Getreidemühle, müssen sie Hirse und Mais derzeit doch noch mühevoll stampfen.

Zurück zum Brunnen: Er wurde von Dorfkönig Sambsin Naba persönlich in Betrieb genommen. Ein Zaun schützt die Wasserstelle vor Tieren, Vandalismus und Verschmutzung; ein Wachhäuschen wurde von den Dorfbewohnern aus eigenem Antrieb gebaut. Darin wohnt ein junger Mann aus dem Dorf, der die Wasserverteilung regelt und so für einen sicheren Betrieb sorgt. Die Vereinsdelegierten - sie reisten auf eigene Kosten nach Burkina Faso - erinnern sich nur zu gern an das große Brunnenfest, bei dem der ganze Ort auf den Beinen war. Für die Gäste gab's als Geschenk übrigens Hüte, Bogen und Köcher sowie einen lebendigen Ziegen- bock. “Den haben wir aber dort gelassen", sagt Willi Volkmann.

Wer den Förderkreis Burkina Faso, unterstützen will, kann auf das Konto 4 413 881 bei der Spar- und Kreditbank Rheinstetten, BLZ 66 061 407 überweisen.

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