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Titel

Gegen die Genitalverstümmelunq bei Mädchen

Aus: Jahresbericht 2009 Förderverein Piéla-Bilanga 

Sie ist immer noch eine der Geißeln in weiten Teilen Afrikas: Die Genitalverstümmelung bei Mädchen, verharmlosend meist Beschneidung genannt. Zwar hatte die Regierung in Burkina Faso Anfang der 80er Jahre diese verboten und sie wird wohl auch verfolgt. Es ist jedoch kein Geheimnis, dass die Verbrechen - so muss man die als Tradition verklärten Praktiken wohl nennen - mehr oder weniger im Verborgenen weitergehen.

Im Förderverein war es seit langem ein Anliegen Bemühungen zur Verhinderung dieser eklatanten Menschenrechtsverletzungen - oft mit tödlichen Folgen oder lebenslangen Schäden an Körper und Seele - zu unterstützen. In den 90er Jahren organisierten Lehrer Tanzveranstaltungen finanziert vom Förderverein für die junge Generation um diese bei dieser Gelegenheit durch in den Pausen eingefügte Informationen zu sensibilisieren um sich gegen Früh- und Zwangsverheiratungen zu wehren. Die weit schwierigeren Kampagnen gegen die Genitalverstümmelungen kamen nicht zustande, obwohl damals eine junge Frau als Entwicklungshelferin in Piela war und weil auf afrikanischer Seite sich keine Frauen fanden, die bereit und imstande waren, die schwierige Aufgabe zu übernehmen. Auch Kontakte mit der Menschenrechtsorganisation „terres des femmes" führten aus diesen Gründen nicht weiter.

Diese Situation hat sich zum Besseren gewendet. Im Sommer 2009 besuchte im Auftrag der Evangelischen Mission die Bürgermeisterin Frau Mano zusammen mit ihrem Mann Pierre Mano, zuhause zuständig für die Gesundheitsstationen in der Region, Europa. Bei ihrem Abstecher nach Ochsenhausen bot sich die Gelegenheit das Problem anzusprechen. Es fanden sich kompetente und engagierte Gesprächspartner, die mittlerweile bereits Aktionen auf den Weg gebracht haben.

In einem ausführlichen Situationsbericht mit den Planungen für 2010 war nun u.a. zu erfahren, dass in der Region immer noch ca. 50% der Mädchen verstümmelt werden, glücklicherweise in der einfachen Form mit der Entfernung der Klitoris und eventuell der kleinen Schamlippen - schlimm genug! Die noch grausamere Form der Verstümmelung bei der auch noch die großen Schamlippen entfernt werden und die Vagina durch Vernähen verengt wird, genannt Infibulation oder Pharaonische Beschneidung, kommt in Piela nicht vor. Sie beschränkt sich wohl hauptsächlich auf Ostafrika.

In ihrem Aktionsplan nennt die Bürgermeisterin 16 Dörfer im Departement Piela, die in drei Kampagnen im März bis Juni besucht werden. Zum Thema Verstümmelung stehen ein Film und Dias zur Verfügung in denen in packenden und wirklichkeitsgerechten Bildern die verhängnisvollen Praktiken gezeigt werden. Die Bilder sollen ihre Wirksamkeit in zahlreichen Dörfern bereits bewiesen haben.

Schauspieler mit nationalem Ansehen stellen Szenen dar zum Thema Zwangsverheiratung. Dies ist in Afrika mit der großen Zahl von Analphabeten eine beliebte und erfolgreiche Form der Kommunikation um Missstände anzuprangern.

Die von Frau Mano in Einzelheiten beantragten Kosten von rd. 2000,—€ sind überwiesen. Die 1. Runde dürfte bereits gelaufen sein. Je Dorf rd. 125,—€ für Material, Fahrt und Personal erscheinen wirklich gut investiertes Geld zu sein. Wir haben Frau Mano gebeten, ihre Aktion auf weitere Dörfer und das Departement Bilanga auszudehnen.

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