germanyC

 

Baobab_rgb2
burkinaC1
Titel

Mitgliederversammlung der DBFG

Am 17. März 2018 trafen sich in Bad Münstereifel 21 Mitglieder und Gäste zur 29. Mitgliederversammlung der DBFG. Eine stolze Zahl, wenn man bedenkt, dass das Wetter uns an diesem Tag nicht gerade sehr freundlich gesinnt und unser Tagungsort - zumindest was den öffentlichen Verkehr angeht - nicht gerade ideal angebunden war. Den Mitgliedern von der Partnerschaft Piela - Bad Münstereifel e.V. mit ihrem Vorsitzenden Ulrich Burggraf ein ganz herzliches Danke für die Gastfreundschaft und die sehr gute Vorbereitung unseres Treffens. Wie jedes Jahr wurde zuerst die Tagesordnung abgearbeitet. Die wichtigsten Ergebnisse: Herr Straub und Herr Hofmann wurden einstimmig als Vorsitzender bzw. stellvertretender Vorsitzender wiedergewählt, zu den neuen Kassenprüferinnen wurden Frau Engelfried und Frau Weidner aus Viernheim - auch einstimmig - bestellt und der Mitgliedsbeitrag wird ab dem kommenden Jahr auf 20,- EUR bzw. 10,- EUR abgesenkt. Spannend wurde es dann unter „Verschiedenes". Insbesondere drei Themen wurden intensiv, kreativ und konstruktiv diskutiert: die A-, B- oder C-Priorisierung von Projekten durch Bengo bzw. das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), der Deutschunterricht in ScanBurkina Faso und die Folgen der globalen Überhitzung für Burkina Faso. Bei letzterem Thema stellten wir fest, dass wir über Details für die verschiedenen Regionen von Burkina Faso so gut wie nichts wissen. Außer der Feststellung, dass extreme Wetterlagen wie Starkregen häufiger werden und die Niederschläge im Sahel immer geringer ausfallen, konnten wir nichts zu diesem Thema beitragen. Deshalb wurde der Vorsitzende gebeten, detailliertere Informationen über die klimatische Entwicklung in den verschiedenen Regionen von Burkina Faso zu fmden und den Mitgliedern zur Verfügung zu stellen. Der Deutschunterricht muss vor allem mit zwei großen Schwierigkeiten kämpfen: Zum einen gibt es nicht genügend Lehrer*innen, so dass nicht an allen Gymnasien Deutsch angeboten werden kann. Und die Versorgung mit Büchern ist in keiner Weise ausreichend. Das Goethe-Institut startete im vergangenen Jahr ein Fundraising, um Geld für die Beschaffung von Büchern zu sammeln. Leider war diese Aktion nicht sehr erfolgreich. Vielleicht wird sie wiederholt, aber dann bitte nicht über eine Fundraising-Plattform, auf der viele Gruppen für die unterschiedlichsten Projekte Geld sammeln. Das in BF verwendete Lehrwerk Deutsch besteht aus drei Bänden, jeweils für die Klassen Seconde, Première und Terminale. Die ersten beiden Bände kosten je 6.500 FCFA (ca. 10,- EUR), der dritte mit einer CD 7.000 FCFA. In der Diskussion wurde angeregt, dass die Partnergemeinden und -vereine die Schulen in ihren Partnerstädten beim Kauf dieser Bücher unterstützen sollten. Wenn eine größere Menge an Büchern bestellt (z.B. mehrere Vereine gemeinsam) wird, könnte vielleicht ein Preisnachlass ausgehandelt wer- den. Eine weitere Möglichkeit wäre die Gründung eines Vereins hier in Deutschland, dessen Schwerpunkt die Unterstützung des Deutschunter- richts in BF ist. Dieser Verein könnte auch die Deutschlehrer*innen in BF mit didaktischem und methodischem Material unterstützen. Die DBFG hilft gerne bei der Gründung, kann aber diese Arbeit von sich aus nicht leisten. Die Priorisierung von Projekten durch Bengo im Auftrag des BMZ hat bei unseren Mitgliedsvereinen großen Unmut erzeugt. A-priorisiert bedeutet, dass ein Vorhaben wahrscheinlich vom BMZ Fördergelder erhält, wenn ein entsprechender Antrag bis zum 15. Mai bei Bengo vorliegt. B-priorisiert bedeutet, dass Fördergelder nur fließen, wenn nach Förderung aller A-priorisierten Projekte noch Gelder übrig sind. Da es sehr viele A-priorisierte Projekte gibt, haben B-priorisierte kaum eine Chance auf Förderung. Es wäre wichtig zu wis- sen, welche Projekte von Vereinen A-priorisiert bzw. B-priorisiert sind. Dann könnte man ersehen, ob der von einigen geäußerte Verdacht, große Vereine mit hohem Verwaltungsaufwand würden bevorzugt, berechtigt ist und welche Projekte in Burkina Faso eine Chance auf Förderung haben. In einer Demokratie ist eine solche Offenheit, auch des gesamten BMZ-Haushaltes, wünschenswert und sie müsste auch möglich sein. So sollen rein investigative Maßnahmen, also z.B. der Schulbau, nicht mehr bevorzugt gefördert werden, denn „im Fokus stehen Vorhaben, die darauf ausgerichtet sind, in unseren Partnerländern Strukturen zu schaffen, die selbständig Veränderungsprozesse ... anstreben“ (Zitat BMZ). „Capacity Development“ heißt das Schlagwort. Es fehlt jedoch jeder verständliche Hin- weis darauf, wie sich das Ministerium diese Strukturen z.B. in Verbindung mit einem Schulbau vorstellt. Auch die Zusammenarbeit von Vereinen, was zu großen Synergieeffekten führen kann, wird vom BMZ nach unserem Eindruck nicht als förderungswürdig angesehen. Hier besteht nach unserer Meinung großer Handlungsbedarf. Die informativen und spannenden Diskussionen vor allem am Schluss der Sitzung zeigen, wie fruchtbar, sinnvoll und helfend der Gedankenaustausch unter den Protagonisten der ehrenamtlichen Arbeit in Burkina Faso ist. Und schon deshalb war die Mitgliederversammlung ein Erfolg und für die Teilnehmer ein Gewinn.

Christoph Straub, Vorsitzender der DBFGy