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Jugendprojekt in der Provinz Lorum
Bei einer Veranstaltung zu „125 Jahre Berliner Afrikakonferenz“ habe ich durch Frau Prof. Dr. Godula Kosack von der Deutsch-Afrikanischen Gesellschaft (DAFRIG) Leipzig e.V. von einem Jugendprojekt in der Provinz Lorum im Norden von Burkina Faso erfahren. Auch den Projektleiter Abdoulaye Ouedraogo konnte ich dabei persönlich kennen lernen. Ouedraogo ist Lehrer und über ein DAAD-Stipendium nach Dresden gekommen, wo er Berufspädagogik studiert. Träger des Projekts sind DAFRIG Leipzig e.V. und in Burkina Faso die Association Jeunesse et Develeppement de Dougouri (AJDD); Finanzgeber ist die Sächsische Jugendstiftung GenialSozial.
Seit Mitte der neunziger Jahre realisiert DAFRIG Leipzig Projekte der Entwicklungszusammenarbeit mit afrikanischen Partnerorganisationen. Der Verein ist dabei nicht auf ein bestimmtes Land oder eine bestimmte Region des Afrikas südlich der Sahara festgelegt. Auswahlkriterien für den Beginn einer substanziellen Projektpartnerschaft sind entwicklungspolitisch sinnvolle Projektinhalte mit einem tragfähigen Projektumfeld, demokratischer Charakter und sozial orientiertes Profil der NRO in Afrika, die Stabilität und Zuverlässigkeit der partnerschaftlichen Beziehungen, sichere Kommunikation und das Vorhandensein verantwortungsbewusster Trägerpersonen der Projektarbeit. Inhaltlich umfassen die zu fördernden Bereiche vor allem Gesundheitsfürsorge, Grundschul- und Erwachsenenbildung, dörfliches Handwerk, Kleintierhaltung, Gemüseproduktion und Aidswaisen-Betreuung, wobei Aspekte der Armutsbekämpfung, Ernährungssicherung, Frauenförderung und die Verbesserung der sozialen Situation von Kindern und Jugendlichen im Vordergrund stehen.
Bernhard Geiselmann
Integriertes landwirtschaftliches Jugendprojekt Dougouri
Das Dorf Dougouri hat ungefähr 2500 Bewohner. Probleme vor Ort sind die Unzulänglichkeit der Niederschläge, Erosion, Versteppung, die Beschränkung der Viehzucht, die Abhängigkeit von weit entfernten Wasserquellen, die Beschäftigungslosigkeit der Jugendlichen während der Trockenzeit (8 Monate), die starke Landabwanderung und Migration Jugendlicher sowie die Unsicherheit der Ernährung. Das Wasser vom Teich (Boulli) ist schon im April versiegt. Die Projektziele sind:
1) Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit: Es soll eine Kerngruppe von Gärtnern ausgebildet werden, die die erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse an andere Jugendliche weitergibt und diese an produktive einkommensschaffende Aktivitäten heranführt. Das errichtete Jugendzentrum wird als Stützpunkt in der Art eines Entwicklungszentrums für Umwelt und Produktion weiter genutzt, u.a. zur Durchführung von Workshops und anderen Weiterbildungs- und Mobilisierungsmaßnahmen.
2) Das Einkommen von ausgebildeten Jugendlichen erhöhen: Es wird vorerst eine Fläche für gärtnerische Gemüseproduktion angelegt. Auf diesem Areal werden die Gärtner und Gärtnerinnen ihre erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten anwenden. Sie erhalten damit eine produktive Beschäftigung auch in der Trockenzeit mit der Aussicht auf ein angemessenes Einkommen. Die erfolgreiche Vermarktung der Produkte wird hierfür einen entscheidenden Anreiz bieten. Angebaut werden vor allem folgende Gemüsearten: Kartoffeln, Kohl, Salat, Zwiebeln, Möhren, grüne Bohnen, Tomaten, Gurken, Auberginen, Papaya und Bisap (rote Sauerampferblüten). Darüber hinaus wird Mais angebaut, um die Ernährungssicherheit in der Trockenzeit im Umfeld des Projektgebietes zu gewährleisten.
3) Das Wasserproblem im Dorf und die Versteppung reduzieren: Die Wasserknappheit im Dorf ist ein extremes Hindernis. Zentral ist die Aufgabe, den Wasserstand des Krokodilteichs (im Teich leben geschützte Krokodile) das ganze Jahr lang über einem Minimalniveau zu halten. Damit soll die Wasserversorgung des Dorfes gesichert, die Bewässerung von Anbauflächen ermöglicht und das Überleben der Krokodile im Zusammenhang mit dem traditionellen “Kult der heiligen Krokodile” im Dorf gewährleistet werden. Darüber hinaus kann eine Baumschule angelegt werden, um eine kontinuierliche Aufforstung gegen die Versteppung zu betreiben und den Wasserhaushalt der Umgebung zu verbessern. Um das Wasser ständig im Teich zu halten, wird der Teich umgebaut und gepflegt.
Kontakte: www.genialsozial.de;
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