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Titel

Notwendige bzw. empfohlene  Impfungen und Prophylaxen bei einer Reise nach Burkina  Faso 

zu beachtende Krankheiten

Risiko der Infektion/zu beachtende Impfvorschriften

Medikamente zu Prophylaxe

Behandlungshinweise /Risiko

Impfplan (Vorschlag)

Notizen

GELBFIEBER

unabhängig vom Risiko: obligatorisch

1 x 0,5 ml i. m. Injektion Gelbfieber-17D-Impfstoff

Aktivimmunisierung für 10 Jahre

3 Monate vor Abreise; zu Masern, Mumps, Röteln 4 Wochen Abstand

nur bei offizieller Impfstelle!

MALARIA

durch Anopheles-Mücke übertragen

oral: lfd. bis 6 Wo. n. Aufenthalt Resochin o. Weimerquin 1/2 Tabl. tgl.; oder Nivaquin 1 Tabl. tgl.; plus: während des Aufenthalts Paludrine (Proguanil 2 Tabl. tägl.; alternativ Lariam 1 Tabl. pro Woche 3 Wochen vor bis 4 Wochen nach dem Aufenthalt - im akuten Fall “stand by” (nicht vor dem 8. Tag des Aufenthaltes [Inkubationszeit]. Malorone (ggf.Malorone Junior)(Atovaqualon und Proguanil) Tabl. (nach Anweisung). Doxycyclin: 1 Tabl. (100mg) tgl.

Lariam: neurolog. und psychische Störungen möglich

 

Mückenstich-Vorsorge, abends: länge Ärmel und Hosen/Kleid; Repellentien

HEPATITIS A

Infektion durch Nahrung und unsauberes Wasser, unhygienische Verhältnisse

Vaqta i. m. 1 x 1 ml; Auffrischung nach 6 Monaten

Aktivimmunisierung für 1 Jahr

2/1 Mon. vor Abreise; 3. Impfung nach 6 - 12 Monate

Hygiene:  Händewaschen usw.; keine Eiswürfel. “Peell it, cook it, boil it or forget it”. Nur gründlichst gewaschene, frische Nahrungsmittel

HEPATITIS B

Infektion durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten (berufliche u. sexuelle Kontakte)

Engerix 3 x 1 ml i. m. Inj. (3. Impfung nach 3- 6 Monaten)

Aktivimmunisierung mit individuell unterschiedl. Wirkungsdauer

 

 

HEPATITIS nonA/nonB C/D/E/[F]/[G]

Blut-Transfusionen...

vgl. B; sonst keine

 

 

E im verlauf wie A

AIDS

Infektion durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten (berufl. u. sex. Kontakte

keine

 

 

Es gelten die selben Verhaltensmaßregeln wie zu hause

POLIO/Kinderlähmung

Tröpfchen- und Schmierinfektion

IPV-Virelon 2 x 1 ml im Abstand von 8 Wochen

Aktivimmunisierung f. 5 Jahre

3. Monate vor Abreise

 

TETANUS

offene Wunden

Tetanol 3 x 0,5 ml i. m. Inj. oder TD-Impfstoff

Aktivimmunisierung für 5 Jahre

Wiederholungsimpf. 3 W. vor Abreise

 

DIPHTERIE

Tröpfchen- und Schmierinfektion

DT-Impfstoff i. m. Inj., vgl. Tetanus

vgl. Tetanus

vgl. Tetanus

 

MENINGITIS

Menigokokken, andere Bakterien, FSME-(Flavi) Viren. In BF vor allem durch unhygienische Verhältnisse, in erster Linie in der Trockenzeit; Disposition beim Empfänger spielt eine Rolle

Mencevac ACWY 0,5 ml s. c. gegen Neisserien-Meningitis;

FSME-Immun 3 x 0,5 ml. i. m. gegen Zeckenencephalitis

Aktivimmunisierung                                                                            

Ativimmunisierung

 

 

TYPHUS

unhygienische Verhältnisse

oral: 3 x 1 Kps. Typhoral L

Aktivimmunisierung mit Lebendimpfstoff für 1 Jahr

5 Wochen vor Abreise

Hygiene; nicht wirksam gegen Para-thyphus, Salmonellen e.t.c.

CHOLERA

unhygiänische Verhältnisse

CholeraImpfstoff Behring 0,5 ml  + 1,0 ml s.c. mit 82% Wirksamkeit; inaktivierter Vollkeim-Impfstoff

Aktiv-Immunisierung für 1 - 3 Monate

2/1 Monate

Hygiene

TUBERKULOSE

Tröpfcheninfektion

BCG 1 x 0,1 ml i. c., wenn Tuberculin negativ

nur bei Kindern unter 5 Jahre zu empfehlen

 

 

DIVERSE PARASITEN (Bilharziose, Amöben, Würmer, Trichinen)

stehende Gewässer, Schlamm, ungenügend gekochtes und gebratenes Fleisch, frisches ungewaschenes Obst und Gemüse

keine

 

 

Risiken meiden, Hygiene

WUNDINFEKTIONEN BISSE

bei Arbeiten in offenem Gelände, durch schlechte Wundversorgung oder Verbände

Tollwut: Aktiv- und Passiv-   Immunisierung möglich; sonst keine

 

 

Vorsicht; Wunden eher abdecken als reinigen

Hier können Sie die Tabelle als pdf-Datei ausdrucken

DOXYCYCLIN (verschiedene Handelsnamen):Das  Antibiotikum Doxycyclin (ein "Tetrazyklin") ist in Deutschland nicht zur  Malariavorbeugung zugelassen - wird aber seit Jahren mit guten Erfahrungen  in Gebieten mit Resistenzen gegen andere Malariamedikamente eingesetzt. Da  die gute Wirksamkeit und Verträglichkeit des Mittels durch zahlreiche  Studien belegt wird, ist ein "off-label-use" prinzipiell möglich, vor  allem, wenn hierfür Gründe vorliegen (z.B. Unverträglichkeit oder  Kontraindikationen anderer Mittel). In jeden Fall ist der Reisende vom  Arzt auf die Tatsache der Nichtzulassung für diese Indikation hinzuweisen.

Dosierung  bei Erwachsenen:  1 Tablette (100 mg) täglich (nicht auf nüchternen Magen), Beginn: 1  Tag vor der Einreise ins Malariagebiet. Letzte Einnahme: 4 Wochen  nach Verlassen des Risikogebietes. Doxycyclin  sollte mit viel Flüssigkeit eingenommen werden, um Schleimhautschäden der  Speiseröhre zu vermeiden. Man  sollte aber für eine  Therapie 1 Packung Malarone (12 Tabletten) dabei haben. 

Nebenwirkungen: Als  Antibiotikum beeinträchtigt es die natürliche Keimbesiedlung des Körpers  und kann in 1-5% zu Durchfällen oder bei Frauen zu Störungen des  Scheidenmilieus führen. Außerdem erhöht sich die Lichtempfindlichkeit der  Haut, sog. "Phototoxizität" (angemessener Sonnenschutz!). Bei Frauen mit  Übergewicht wurde in Einzelfällen über erhöhten Hirndruck mit  Augenhintergrundveränderungen berichtet. 
Gegenanzeigen sind Schwangerschaft und Stillzeit, Kinder (unter 8 Jahren) mit noch nicht  abgeschlossener Zahnentwicklung, eingeschränkte Nieren- und Leberfunktion,  Speiseröhren- oder Magenschleimhauterkrankungen, Überempfindlichkeit gegen Tetrazykline.                                     

Wechselwirkungenmit  vielen Medikamenten und Alkohol sind möglich. Milch und Milchprodukte  vermindern die Aufnahme

Achtung: Bei  anhaltenden Kopfschmerzen und Augenflimmern muss das Medikament sofort  abgesetzt werden.

Bitte beachten: Für Kinder und bei Immunsuppression gelten andere  Dosierungen und Empfehlungen!

ARTEMISININ:

Das gut verträgliche Artemisinin wird aus der in  China seit Jahrhunderten bekannten Heilpflanze Artemisia annua  (einjähriger Beifuß) gewonnen. Isoliert wurde die Substanz erstmals 1971.  Gegen Artemisinin und seine Derivate Artesunat und Artemether sind bisher  keine Resistenzen von Plasmodium falciparum bekannt. Damit das so bleibt,  empfiehlt die WHO zur Malariatherapie eine Kombination mit anderen  Wirkstoffen: Amiodaquin, Mefloquin, Lumefantrin oder Pyrimethamin. Das  erste verfügbare ACT-Präparat (Artemisininclass Combination Therapy) stellte  Novartis her. Unter dem Namen Riamet wird die Mischung aus  Artemether und Lumefantrin in Industrienationen vertrieben. In  Entwicklungsländern ist es unter dem Namen Coartem erhältlich Die WHO  empfiehlt eine Kombinationstherapie auf Artemisinin-Basis. 

Aber: Zur Prophylaxe (bei Kurzaufenthalten) ist das  Präparat nicht geeignet!

Quelle:  Birgit Hibbeler: Malaria; Wettlauf gegen die Zeit. Deutsches Ärzteblatt;  Jg. 102; Heft 18; 6.Mai 2005

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Allgemeine  Hinweise:

1.  HYGIENE:

Nahrungsmittel: Grundsätzlich zu meiden ist ungekochtes Leitungswasser, Speisen,  die verdorben aussehen oder schmecken, rohe oder nicht durchgekochte  Meeresfrüchte, rohe Fische und rohes Fleisch, außerdem Nahrungsmittel von  Straßenverkäufern oder unzuverlässigen Gaststätten. Ein erhöhtes Risiko  für Reisedurchfall stellen kalte Buffets, Vorspeisen, Salate, Desserts (außer schälbaren Früchten) dar und Eis sowie Eiswürfel.

Übrigens: Kein Alkohol vor  Sonnenuntergang!

Bei Reisedurchfall reichlich Flüssigkeits- und Elektrolytersatz (Orangensaft [frisch gepresst oder als Sirup in Wasser  verdünnt] + 1 gestrichener Kaffeelöffel Kochsalz + 1 Esslöffel Zucker pro  Liter. Diese Lösung gut umrühren und vor dem Trinken 1 Stunde stehen  lassen. Tagesdosis: mindestens 2 Liter [je nach Schwere des Durchfalles]  außerdem schwarzer Tee).

Durchwaten Sie niemals  Binnengewässer, baden Sie nur in Salzwasser.

Häufiges Duschen und Waschen  mit nachfolgendem ordentlichen Abtrocknen verhindert Pilz- und andere  Hautinfektionen.

Kleidung: Sie sollte luftig und  bequem sein und aus hellem Baumwollmaterial bestehen, häufiges Wechseln  der Wäsche ist anzuraten.

Geschlossene Schuhe schützen  vor Infektionen durch Würmer, Sandflöhe und Schlangenbissen.

Als Insektenschutz abends lange Hosen, langärmelige Hemden  und feste Schuhe tragen. Mückenvertreibende Substanzen (Repellents) und wo nötig, nachts imprägnierte Moskitonetze verwenden.  Desinfizieren Sie auch kleinste Wunden sorgfältig und decken sie ab.  Vermeiden Sie Kontakt mit Tieren, Vorsicht auch bei Haustieren wegen  Tollwutgefahr.

Körperpflege: Verwenden Sie zum Trinken und  Zähneputzen nur Mineralwasser aus originalabgefüllten Flaschen.  Nötigenfalls ist das Wasser 10 Minuten lang abzukochen. Auch Katadynfilter  können verwendet werden.

Seien Sie sich des Risikos  sexuell Übertragbarer Krankheiten (AIDS, Gonorrhoe, Lues) bewusst. Der  beste Schutz vor diesen Infektionen ist Ihr Verantwortungsbewusstsein.  Kondome bieten ebenfalls Schutz.

 

Sollten Sie sich nach Ihrem Tropenaufenthalt nicht wohl  fühlen, Kopf-, Gliederschmerzen, Fieber, Übelkeit und Bauchschmerzen,  Hautveränderungen, Blut im Urin oder Stuhl haben - so denken Sie bitte in  erster Linie an eine Tropenkrankheit! Handeln Sie sofort! Suchen Sie bitte  umgehend einen Arzt auf und teilen Sie ihm auch Ihr Reiseziel mit!

2.  REISEAPOTHEKE

Allgemeine Richtlinien: Es ist  sinnvoll, sich einige Medikamente auf die Reise mitzunehmen.

Hierzu gehören: Mittel gegen Durchfall oder Verstopfung, Mittel gegen  Reisekrankheit, fiebersenkende und schmerzlindernde Medikamente, ev. (bei  Zeitverschiebungen) ein mildes Schlafmittel sowie Salben zur Behandlung  von Hautaffektionen, wie Sonnenbrand, Allergie und juckenden  Insektenstichen. Die Mitnahme eines Antibiotikums ist nur dann zu  empfehlen, wenn sich der Reisende fernab jeglicher medizinischer  Versorgung bewegen wird. Die Mitnahme von sterilem Einmalbesteck (Spritzen  und Nadeln) kann bei Grenzübertritt in manche Staaten, die mit dem  Drogenproblem besonders zu kämpfen haben, eine unangenehme Nachforschung  zur Folge haben. Auch hier gilt die Empfehlung, dass derartige  Gerätschaften nur dann mitgenommen werden sollen, wenn sich der Reisende  in ein Gebiet begibt, das extrem schlecht medizinisch versorgt ist und ein  Rezept in englischer Sprache dafür mitgenommen wird. Details über einzelne  Medikamente, deren Anwendung sowie deren Nebenwirkungen und  Kontraindikationen sollten Sie im ärztlichen Gespräch klären.

3. MEDIZINISCHE HILFE in OUAGADOUGOU finden Sie in:

Deutsches Botschaftskrankenhaus - Centre Medical  Allemand (Dr. Cosnefroy) - Zone du Bois, Rue 1312 Haus Nr. 353  Tel.:  30 67 31/32 (über die Deutsche Botschaft in Ouaga, Av. Joseph  Baddoua)

email: cabinetmedical.l.f@liptinfor.bf

 

Weitere Informationen finden Sie auch bei:

 

                  Deutsche Gesellschaft  für Tropenmedizin (DTG)                 Weltgesundheitsorganisation  (WHO-OMS)

 

Reisemedizin (Tropeninst. Univ.  München) 

Zuletzt aktualisiert: 12.11.2013  Dr. U.  Schubert

Hier können Sie die Hinweise als pdf-Datei ausdrucken

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