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THEMA BAUMWOLLE

Wie es um das wichtigste Exportgut Burkina Fasos steht

Aus: Agence France Press (AFP) am 19. Mai 2009  

Burkina Faso steigt im großen Stil in den Anbau von Gen-Baumwolle ein. Auf mehr als 100.000 Hektar sollen die gentechnisch veränderten Saaten des US-Konzerns Monsanto aus­ gebracht werden, sagte Georges Yaméogo vom staatlichen burkinischen Baumwoll-Produzenten Sofitex der Nachrichtenagentur AFP in der Hauptstadt Ouagadougou. Burkina Faso ist einer der größten Baumwoll-Produzenten in Afrika. Nach Südafrika ist es das zweite Land auf dem Kontinent, das mit dem Anbau von Gen-Baumwolle beginnt.

Nach Feldversuchen bei burkinischen Baumwoll-Bauern wurde demnach die Sorte Bolgard II ausgewählt, um in großem Stil zu kommerziellen Zwecken angebaut zu werden. Die Tests betreute das burkinische Agrarforschungs-Institut INERA zusammen mit Monsanto. Die Gen-Baumwoll-Sorte beruht auf einem ähnlichen Prinzip wie der jüngst in Deutschland verbotene Genmais Mon 810. Durch eine Genveränderung ist die Baumwolle gegen Schädlinge immun. Die Befürworter weisen auf drei Vorteile der Gen-Baumwolle hin: Einen geringeren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, größere Erträge und höhere Einnahmen der Bauern.

Nichtregierungs-Organisationen kritisieren dagegen den Anbau. In anderen Ländern der Welt habe die Mons­ anto-Baumwollsorte den Bauern keine Vorteile gebracht, sagte Yacouba Touré vom Netzwerk der grünen Aktivisten Westafrikas zu AFP. Es gebe keine Studie, die eine Unbedenklichkeit der Saaten stütze.

Jean Didier Zongo von der Koalition zur Wachsamkeit gegen Gentechnik warnte im Gespräch mit AFP vor einer Abhängigkeit der Bauern von Monsanto. Die Saaten werden den Bauern derzeit billiger angeboten als vergleichbare herkömmliche Produkte. Zongo warnte, dass der US-Konzern aber auf lange Sicht die Preise erhöhen und die Technologie für die Bauern dann unerschwinglich werden könnte.

Dagegen verweist der burkinische Baumwoll-Konzern Sofitex auf die Konditionen des Vertrags mit Monsanto. 60 Prozent der Gewinne aus dem Saatgut-Verkauf fließen demnach zurück an die Bauern, 28 Prozent an Monsanto, 12 Prozent an Gentechnik-Forschungseinrichtungen. Im Vergleich zu den Abkommen in anderen Ländern wie Indien oder Südafrika sei dies ein vorteilhafter Vertrag.

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