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Der Mensch
Leitartikel aus “Bendré” no 465 v. 15. Okt. 2007. Übersetzt von Andrea Reikat
http://www.journalbendre.net/spip.php?article1921&lang=fr
Als der Mensch kam, war sein Land " eine schmerzhafte Synthese aller Leiden der Menschheit ". Folglich hielt sein Land traurige Rekorde: Weltrekord bei der Kindersterblichkeit, Landwirtschaftsbilanz konsequent negativ, öffentliche Schulden extrem hoch. Der Mensch wollte aus seinem Land ein Land der Würde und der Freiheit machen. Also macht er sich mutig daran, die Summe des Möglichen und des Denkbaren neu zu definieren, Summe, durch die die Entwicklung eines Landes, das zu den benachteiligsten der Welt gehört, angestrebt werden kann. Ausgehend von der Einsicht, dass der Weg aus der Unterentwicklung nur durch die Einbeziehung derer möglich wird, die gewöhnlich aus dem sozialen Spiel ausgeschlossen sind: die Bauern, die Frauen und die Jungen, engagierte der Mensch sich in einem fortschrittlichen und fortschreitenden Prozess der sozialen Umgestaltung.
Seine Revolution? Einfach: mehr arbeiten, weniger und besser ausgeben und dabei an die wichtigsten Bedürfnisse seines Landes denken. Er sagt es selbst: "Unsere Revolution ist und bleibt permanent, das kollektive Handeln der Revolutionäre, um die Realität umzugestalten und die wirkliche Situation der Massen unseres Landes zu verbessern. Unsere Revolution wird nur dann von Wert sein, wenn wir, hinter, neben und vor uns schauend, sagen können, dass die Burkinabé, dank der Revolution, ein glücklicheres Volk sind, weil sie gesundes Wasser zum Trinken haben, weil sie Nahrung im Überfluss haben, weil sie eine blühende Gesundheit haben, weil sie Bildung haben, weil die angemessene Wohnungen haben, weil sie besser gekleidet sein, weil sie Recht auf Freizeit haben, weil sie die Gelegenheit haben, sich mehr Freiheit, mehr Demokratie, mehr Würde zu erfreuen. Unsere Revolution wird nur eine Daseinsberechtigung haben, wenn sie konkrete Antworten auf diese Fragen geben kann."
Der Mensch, der tat, was er sagte und sagte, was er tat, beschloss, angepasste Lösungen auf die oben genannten Fragen zu finden. Er engagierte sich gleichzeitig auf mehreren Baustellen: Die Ausrichtung der Wirtschaft nach den reellen Bedürfnissen des Volkes und nicht nach den Imperativen und den Interessen der kapitalistischen Weltwirtschaft. Die Agrarreform, durch die das Land demjenigen gehört, der es bewirtschaftet. Die Verwaltungsreform, um eine gute und integre Veraltung zu gewährleisten. Die Befreiung der Frau durch ihre Teilhabe am politischen und wirtschaftlichen Leben, der Kampf gegen die Prostitution, die Durchsetzung eines Familiengesetzes, das Verbot der Mädchenbeschneidung… Der Schutz der Umwelt durch den Kampf gegen die Verwüstung, etc. In nur wenigen Jahren brachte der Mensch sein Land zu einem Qualitätssprung. Aber er war sich der Tatsache bewusst, dass die Fragen seines Volkes die seinen Kontinents und aller benachteiligten und unterdrückten Völker waren. Panafrikanist und Altermondialist, wurde er zum Sprachrohr derer ohne Stimme. Moralische Strenge…Integrität…Naivität…höchster Mut.
Der Treuebruch gewann Oberhand über den Menschen. Weil, eines Nachmittags, der Mensch durch mörderische Kugeln niedergestreckt wurde. Der Mensch ist gefallen, aber er hatte die Zeit, die Saat auszubringen und sie mit seinem Blut zu befeuchten; er hatte die Zeit, ein Glied aus der Kette zu entfernen und so die Unterdrückten, die Jugend Afrikas zu befreien. Er sollte zum Vorreiter einer Alternative zu jener Politik der Abhängigkeit und der Unterdrückung werden, die die ökonomischen Weltinstitutionen mit ihrer Ermutigung zu einer Politik der Verschuldung weiterhin betreiben. Aber wichtiger noch: der Mensch wird dazu beigetragen haben, seinem eigenen Volk und allen Unterdrückten verständlich zu machen, dass glaubwürdige Alternativen zu ihrer Rettung nicht von außen kommen werden. Nur indem sie auf sich selber zählen, auf ihre inhärenten Fähigkeiten "die Zukunft zu erfinden", können sie die Schlüssel zu ihrer Entwicklung und ihrer Freiheit finden.
Heute lebt der Mensch weiter in allen unseren Bewegungen zur Verbesserung der sozialen, politischen und wirtschaftlichen Bedingungen. Der Mensch wird auf immer in das kollektive Gedächtnis eingebrannt bleiben. Und, sein Beispiel wird den Kämpfern für eine Befreiung der Menschheit immer als Lehrstück dienen. Der Mensch hieß Thomas Sankara.
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